Sichere Lebensmittel – Welche Risiken bestehen?

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Mais in Untersuchungsglas

In Österreich sind schwere Erkrankungen und Todesfälle, die aus der mangelnden Sicherheit von Lebensmitteln resultieren, seltener geworden. Die gesellschaftlichen Errungenschaften der vergangenen 150 Jahre, wie die Erfindung von Kühlschränken oder die Versorgung mit sauberem Trinkwasser, haben wesentlich dazu beigetragen, dass heute nur wenige Menschen an Lebensmittelinfektionen wie zum Beispiel Salmonellenerkrankungen sterben.

Die Sicherheit von Lebensmitteln in Österreich wird heute durch ein System der amtlichen Lebensmittelkontrolle gewährleistet. Regelmäßig werden Lebensmittel auf krankheitserregende Keime (z. B. Bakterien, Viren), Fremdkörper (z. B. Glassplitter), Verunreinigungen durch Fremdstoffe (z. B. Schwermetalle), Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, Fäulnis, Verderb oder Zersetzung untersucht. Es wird aber auch geprüft, ob die Angaben auf den Produkten stimmen (z. B. Herkunft, Zusammensetzung, Menge).

Die Ergebnisse der amtlichen Proben zeigen: Lebensmittel sind heutzutage so sicher wie nie zuvor. Im Schnitt werden in Österreich jedes Jahr nur 0,5 Prozent der Proben als gesundheitsschädlich beanstandet und das bei mehr als 30.000 untersuchten Proben.

Risikowahrnehmung – Tatsächliches und vermeintliches Risiko

Trotzdem nur wenige Lebensmittel in Österreich als gesundheitsschädlich beurteilt werden, sind viele Menschen in Österreich über die Sicherheit von Lebensmitteln besorgt. In der öffentlichen Wahrnehmung wird oft nicht unterschieden, ob es sich um einen Lebensmittelskandal ohne gesundheitliches Risiko, ein tatsächliches oder nur vermeintliches Risiko handelt. Ein vermeintliches Risiko wird genauso bedrohlich empfunden wie ein reales.

Auch neue Technologien und Entwicklungen auf dem Lebensmittelsektor – Schlagwort „Schummelschinken“, „Analogkäse“, „Klebefleisch“ oder „Sauerstofffleisch“ – wecken Ängste vor unbekannten Gefahren. Zwar sind Schummelschinken und Analogkäse nicht gesundheitsschädlich, allerdings erfüllen derartige Erzeugnisse häufig auch nicht die Erwartungen der VerbraucherInnen oder man fühlt sich getäuscht, wie 2013 beim Pferdefleischskandal.

Lebensmittelsicherheit – Vielfältige Herausforderungen

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Die Vielfalt an Produkten nimmt zu: Internationaler Handel, moderne Lebensmittelverarbeitung und neue Technologien machen es möglich, aus einem reichlichen und bunten Angebot an Brot-Sorten, Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Käse und Wurst in allen Formen zu wählen. Da Vielfalt und Abwechslung auch neue Gefahren und Risiken bergen können, ist und bleibt die Weiterentwicklung der Lebensmittelkontrolle wichtig.

„Die stetige Verbesserung analytischer Methoden führt dazu, dass Rückstände auch in kleinen Konzentrationen gefunden werden. Nicht immer sind diese Stoffe einem Produkt zugesetzt worden. Manche Stoffe wie Schwermetalle sind in geringen Mengen fast überall zu finden, z. B. weil sie natürlicher Bestandteil des Bodens und somit von Pflanzen sind. Außerdem haben Rückstände in Lebensmitteln nur in bestimmten Mengen nachteilige Auswirkungen auf den Menschen. Wie viel eines Stoffes für den Menschen bei einer normalen (allgemeinen) Ernährung unbedenklich ist, entscheiden Risikobewertungsgremien auf europäischer und nationaler Ebene. Der Fortschritt in der Analytik ist wichtig. Nur so können auch in Zukunft neue Risiken entdeckt und Menschen davor geschützt werden.“

Mag. Dr. Friedrich Sövegjarto, Leiter des Geschäftsfeldes Lebensmittelsicherheit der AGES

Impulsfragen: Können Lebensmittelskandale in Zukunft verhindert werden? Was müsste dazu geschehen?

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